Ein oft übersehenes Problem
Bei einem kürzlichen Einsatz bei einem unserer Kunden stiessen wir auf ein Problem, das in der Industrie oft übersehen wird: Kavitation in Ölumlaufschmierungen und Hydraulikanlagen. Dieses Phänomen, das normalerweise mit Pumpen in Verbindung gebracht wird, kann auch in anderen Systemen erhebliche Schäden verursachen.
Unsere Experten entdeckten bei der Überprüfung eines Lagers nicht nur einen Defekt, sondern auch ungewöhnliche Geräusche, ähnlich dem Ploppen von Blasen. Diese wurden mit einem Ultraschallmessgerät von SDT identifiziert. Unsere Nachforschungen führten uns zu Yaakov Megeds Buch “BI-modaler Versagensmechanismus von Wälzlagern: Warum fallen Wälzlager unerwartet aus?”, das unser Verständnis für dieses Problem vertiefte.
Chemische Auswirkungen von Wasser in Schmierstoffen
Schmierstoffe, die Wasser in Form von gelöstem, emulgiertem oder freiem Wasser enthalten, können chemische Reaktionen wie Hydrolyse auslösen. Dies kann zu folgenden Problemen führen:
- Säurebildung
- Korrosion
- Abplatzungen
- Wasserstoffversprödung
- Biomassebildung (besonders in Anwesenheit von Salz)
Die Kavitationseffekte sind in Schmierstoffen mit hohem Wassergehalt besonders ausgeprägt und können die Lebensdauer eines Lagers drastisch verringern.
Kritische Erkenntnisse
Bereits 100 ppm gelöstes Wasser in einem Schmiermittel können die Ermüdungslebensdauer um 32 bis 48% reduzieren. Ölanalysen stellen ein entscheidendes Instrument dar, um solche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
Empfohlene Massnahmen
Die Kombination aus Ultraschalldiagnostik und Ölanalyse ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Kavitationsrisiken in Hydraulik- und Schmiersystemen. Regelmässige Überprüfungen minimieren Ausfallrisiken und gewährleisten die Zuverlässigkeit Ihrer Ausrüstung.